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Peter Behrens School
of Architecture
 
 

Dept. of Duesseldorf University
of Applied Sciences
 
 
 

[b]GREEN[/b]

Wohnen, Arbeiten, Leben - in der Stadt
Umgestaltung und Konzeptentwicklung für den MEERERHOF in Neuss

Ein studentischer Wettbewerb in Kooperation mit der Stadt Neuss, der Vervey GmbH Verwaltungs- und Betreuungsgesellschaft und der WestLB




Wohnen und Arbeiten in der Stadt ist heute für viele Teile der Bevölkerung ein Grundbedürfnis. Es ist allgemein ein Trend erkennbar, wieder in der Stadt zu wohnen. Innerstädtische Räume zu nutzen und zu verdichten ist somit ein umfassendes Thema.

Es bedarf aber hierzu Akteure, die auch den öffentlichen Raum bespielen, um ein funktionierendes Bild einer Stadt zu bekommen.

Menschen, die miteinander in Beziehung treten, brauchen atmosphärischen Raum für Kommunikation. GREEN …steht hier somit nicht nur für begrünten Außenraum, sondern für Räume – urbane Räume – mit Nachhaltigkeit in zukunftsfähiger Architektur.

Der MEERERHOF, eine Wohn- und Geschäftsimmobilie aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts, mit im Erdgeschoss angelegten Gewerbeeinheiten und darüber liegenden Wohnungen ohne Leerstand, bietet von der Lage und Einbeziehung in die mittelalterliche Stadtstruktur in der Stadtmitte von Neuss grundlegend sehr gute Voraussetzungen.

Der MEERERHOF ist als Miteigentumsanlage konzipiert. Die Nutzung unterteilt sich in eine gewerbliche Einzelnutzung im Erdgeschoss, gewerbliche Kompaktnutzung (Sparkasse und Bürohaus), Wohnnutzung in den Obergeschossen (bis 7 Geschosse), Einzeleigentümer mit ca. 60% selbst genutztem Einzeleigentum und Parkhausnutzung in 2 Untergeschossen. Die Wegekreuze der Hoffläche werden als öffentliche Fußwege genutzt.

Die Anlage ist jedoch in die Jahre gekommen und ihre Ausstrahlung entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Ein Großteil der Läden steht leer und die Qualität der teilweise genutzten Einheiten ist zweifelhaft.

Die durch die Situation im Einzelhandel ausgelösten Leerstände im Immobilienbereich haben somit die Attraktivität des gesamten Quartiers stark gemindert. Die Gründe für diese festzustellende Entwicklung sind vielfältig.

Nicht nur die einzelhandelsrelevanten Strukturveränderungen – wie z.B. neue Angebotsformen, Konzentration und der allgemein zu erkennende Discounterboom bedingen die Situation. Auch eine neue Form des Einkaufens mit den heute üblichen Erlebniswelten tragen dazu bei.

Zur Zeit wird der Leerstand durch Konzentration an soziale Einrichtungen und Institutionen aus dem Gesundheitswesen kompensiert. Attraktivität und Frische kommt hierdurch aber eher nicht auf.

Die Konzentration dieser Institutionen ist gewiss sozial gerechtfertigt. Sie sollte hier jedoch eher in einem „bunten Mix“ von Dienstleistungen integriert sein.

Die Ausstrahlung der Gebäude mit ihrem Betoncharme der 70er Jahre und ihrem schon mal nachgebessertem Designstyling der 80er Jahre sowie auch die öffentlich nutzbaren Hofflächen stehen nicht mehr für eine qualitätvolle attraktive Innenstadtgestaltung, so dass die Aufenthaltsqualität und damit die Kaufkraft der Geschäftsbereiche gravierend gelitten haben.

Um den derzeitigen Leerständen der Gewerbeeinheiten entgegenzuwirken, ist die jetzige Konzeption grundlegend zu überdenken und zu analysieren.

Hieraus sind ganzheitliche Nutzungskonzepte zu entwickeln, die das Thema Nachhaltigkeit einbeziehen, um somit eine zukunftsfähige Architektur mit mehr Lebensqualität für die Nutzer zu erreichen.

Dabei ist der teilweise übermäßig strapazierte Begriff „Nachhaltigkeit“ hier mehr - als nur Energie zu sparen -.

Ökonomische, ökologische sowie soziokulturelle Aspekte sollten hier einbezogen werden, um dem Wertewandel in der Gesellschaft, der zu mehr Qualität führen soll, zu entsprechen.

Die Entwurfsaufgabe wird als studentischer Ideenwettbewerb an der PBSA durchgeführt. Die Eigentümergemeinschaft stellt für die besten Ideen Euro 2.500,00 zur Verfügung.
Angestrebt wird eine Ausstellung der Arbeiten mit Preisverleihung zum Wettbewerb.




Aufgabenstellung

Aufgabe ist es, zukunftsweisende Nutzungs- und Gestaltungskonzepte zu entwickeln, die dem augenblicklichen Zustand entgegen wirken.



Grundlegende Voraussetzung ist hierbei:

• Eine Analyse der städtebaulichen und der sich daraus ergebenden kommu nikativen Situation und somit die Einbindung des „Meererhofes“ in den städtebaulichen Gesamtkontext unter Einbeziehung der Umgebung – Glockhammer, Rheinstrasse, Neu markt, Rheinwallgraben, Spulgasse (unatmosphärische, unwirtliche Unterführung/Zufahrt Tiefgaragen)

• Überprüfung der Barrierefreiheit und Vorschläge für praktikable Lösungen

• Entwicklung von Nutzungskonzepten mit zueinander passendem bzw. sich ergänzen dem Gewerbemix – unter Einbeziehung aller denkbaren Möglichkeiten:

• Mögliche Ansiedlung von Existenz gründer büros und freiberuflichen Nutzern, z.B. aus dem kreativen Bereich,
Gestaltung/Architektur/Design/
Marketing/Event und Kommunikation und angrenzenden Bereichen wie Galerien/Modellbau/Visualisierer, Fachingenieurbüros, Reproanstalten etc.

• Gastrobereiche auf hohem Niveau, - Café/Bar/Italiener/Asia-Food/ Inder/ Thai/ Sushi etc., moderne System gastronomie z.B. VaPiano (jeweils mit Freibereichen im besonnten Bereich)
Genießerzentrum/Lebensmittel/Delikatessen/Wein/hochwertige Spirituosen/Schokolade/Pasta/
Früchte/Gemüsehaus

• Designläden/Assesoires/Mode, Cooking- Shop etc.

• Alternative Nutzungskonzepte bei Einbe ziehung der teilweise vorhandenen sozia len- und gesundheitsbezogenen Institutio nen (Gesundheitszentrum/Praxen) mit teil weiser Anbindung der oberen Wohnge schosse an den Stadtraum sowie deren Ausstattung mit privaten Außenräumen.

Den gestapelten Wohneinheiten könnten hier im Erdgeschoss kleine Wohnungen angegliedert sein, die an Studierende vermietet werden oder die Bewohner einer möglichen Alters-WG in den Obergeschossen stellen diesen Raum angestellten Pflegepersonen zur Verfügung. Hierdurch entstehen zusätzlich differenzierte Modelle der Altersbetreuung.


• Entwicklung von – auf die jeweiligen Nut zungskonzepte antwortende – Gestaltungs konzepte unter expliziter Einbeziehung des Themas HOF. Der HOF ist Raum für Ankommen und Verteilen, Schnittstelle zwi schen den verschiedenen Bauteilen, gleich zeitig „Marktplatz“, Ort des Konsums und der Dienstleistung, der Information und Kommunikation.


Er soll ein Ort sein von urbaner Vitalität, des öffentlichen Geschehens und gleichzeitig das „Entree“ der Anlage. Er ist auch Ort der Selbstdarstellung für Image, Corporate Identity und Markenbildung. Dem Thema GREEN kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu.


Der Innenhof wird so durch eine grüne Gestaltung nicht nur eine wichtige grüne Lunge in dem jetzt eher steinernen Raumgefüge, sondern ist hiermit auch Klimaanlage, Luftbefeuchter-, Filter und Schalldämpfer zugleich. Entsiegelte Bodenflächen (Erde, Rindenmulch etc.), Pflanzen, Bäume, Sträucher, Hecken leisten außerdem einen Beitrag zum Umweltschutz und steigern die Wohnqualität der Anlage und den Wert der Immobilie.


• Exkurs Höfe, z.B.
- Nürnberger Hofzung der Dächer für private Begrünung.

• Umgestaltung des Hofes/Platzes durch Begrünung, Pflasterung, inszenierte Be leuchtung und Möblierung (keine Plastikmö bel in Gastro-Aussenbereichen) und evtl. Teilüberdachung/Segel/Pergolen etc., Einbeziehung
vonPlatzaktivitäten/Markt/Konzert/Event

• Umgestaltung eines ausgewählten BereichsLadengestaltung/Restaurant, Bistro/Kiosk etc.

• Ausweitung oder Reduzierung der vorhandenen Mietflächen

• Gestalterische Überarbeitung der Gewerbeeinheiten, Fassaden, grüne Wand etc. Herausarbeitung eines „neuen Gesich tes“ der Gesamtanlage dient der Marken- Bildung.

Gefordert wird:

• Auseinandersetzung mit der Situation vor Ort (Aufnahme der vorhandenen Situation, den funktionalen und tech nischen Gegebenheiten – Zugänge etc.) Anforderungen an Verkaufs-, Dienstleistungs- und Gastroeinrich tungen definieren.

• Auseinandersetzung mit dem Thema Raum/ GREEN Raum und Raumatmosphäre

• Auseinandersetzung mit dem Thema Licht/Lichttechnik/Lichtinszenierung


Leistungen:

Die Leistungsanforderungen befinden sich im üblichen Rahmen, d.h. Konzepterläuterungen in Textform und zeichnerisch-graphische Erläuterungen in angemessenen Maßstäben.

• Analyse der Situation und Aufzeigen von Beispielen vergleichbarer Situationen

• Konzeptentwicklung für entsprechen de Nutzungsalternativen

• Innenarchitektonische Durcharbei tung der „Stadträume“/Hofanlage und einen angrenzenden Gewerbebereich (z.B. Bar/Restaurant etc.)

• Grundrisse, Schnitte, Ansichten, Abwicklungen

• Perspektivische Darstellung 3D mit Ausdruck der Atmosphäre/ evtl. Lichtanimation, Tag/Nacht-Situation

• Skizzenbuch

• Konstruktive Details spezifischer Bereiche

• Arbeits- und Präsentationsmodelle, Städtebaumodell

• Powerpoint Präsentation und verbaler Vortrag

• Materialcollage

• Dokumentation mit integrierter CD (alle zeichnerischen Darstellungen und Analyse als PDF/Power Point)



Termine:

Immer Dienstag, 14.00 Uhr, Raum N 1.20

1. Termin

Donnerstag 30.09.10 11.00 Uhr Vorstellung des Projektes und Einschreibung
in die Teilnehmerlisten Raum N 1.20

mit beteiligten Nutzern, Stadtplanung Neuss, Wirtschaftsförderung Stadt Neuss etc.

Dienstag 09.11.10 14.00 Uhr
1. Pin Up mit beteiligten Behörden

Dienstag 11.01.11 14.00 Uhr
2. Pin Up mit beteiligten Behörden

Dienstag 15.02.11 14.00 Uhr Präsentation Entwurf und Prüfung

Dienstag 15.03.11 Abschlusspräsentation/Prüfung
Uhrzeit wird noch festgelegt Wettbewerbsentscheidung


Prof. Dierk van den Hoevel
September 2010


FH Düsseldorf
08.10.2010 - 20:49

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